Podcastfolge #24 Yoga für Endometriose und Zyklusbeschwerden

Antonia Reinhard

Zyklusbeschwerden, Kinderwunsch und Endometriose: Über die heilende Wirkung von Yoga mit Eva Sturm

Eva kommt aus München, hat Tourismus studiert und lange in diesem Bereich gearbeitet. Seit 2006 praktiziert sie Yoga, welches zu beginn eher “hartes Yoga” war und damit ging schnell ein Wunsch nach einer Yoga-Ausbildung einher. 


Ihr Studium führte sie nach Südtirol, doch mit der Rückkehr nach München wurde bei Eva Endometriose diagnostiziert, eine chronologische Erkrankung, die zu operativen Eingriffen führte. Die Yogapraxis war danach nicht mehr dasselbe für Eva, trotz einer zweijährigen Hormontherapie. Da das “harte Yoga” für sie nicht mehr funktionierte, entdeckte Eva für sich

Yin Yoga und Moon Yoga, welches speziell für Frauen mit Unterleibsschmerzen ausgerichtet ist. 


Der Wunsch, ein Yogabusiness zu starten, verfestigte sich mit einem Umzug nach Berlin. Obwohl sie ursprünglich das Business nebenbei starten wollte, stellte sie fest, dass durch die Corona Krise kaum Jobs im Tourismus Bereich verfügbar waren und sie begann, sich als Yogalehrerin voll-selbstständig zu machen. 

Seit August 2020 ist Eva Yogalehrerin für Frauen mit Zyklusbeschwerden, Endometriose und Kinderwunsch.


Ich habe Eva gefragt, ob man Yoga an den Zyklus anpassen kann:


Prinzipiell ja, natürlich ist das aber sehr individuell, da jede Frau die Menstruation anders erlebt. Generell ist es aber so, dass man nach der Menstruation meistens die entsprechende Kraft und Energie hat, ALLES üben zu können und das zu machen, was einem Spaß macht, also zum Beispiel aktives Vinyasa Yoga. 


Mit dem Eisprung kommt es dann darauf an, ob man einen Kinderwunsch hat oder nicht. Wenn nicht, dann kann man weiterhin aktives Yoga betreiben. Wenn man aber einen Kinderwunsch hat, ist es ratsam, lieber einen Schritt herunterzufahren, denn die Energie soll bei einem bleiben. Auch sollte man mit der Weiblichkeit in Kontakt kommen, damit der Körper die Kraft für eine mögliche Schwangerschaft hat. Man kann dann viele sensuelle Bewegungen machen und Kreise, um die libido anzuregen.


Vor der Zeit der Menstruation gilt es dann, mehr in die Ruhe zu kommen, die Yogapraxis herunterzufahren und gegebenenfalls eher Yin Yoga und Moon Yoga zu praktizieren, um sich auf die Menstruation vorzubereiten.


Während der Menstruation: Manche Frauen haben in dieser Phase viel Energie, trotzdem sollte man es sanft angehen, gerade wenn man Schmerzen/Probleme hat. Es gilt, eher restorative Posen einzunehmen, die das “Loslassen” und “Entgiften” unterstützen. 

Wenn der Körper zu angespannt ist, kann er nicht loslassen und die Menstruation wird nicht gefördert, im Gegenteil.

Eva rät auch, dass man während der Menstruation möglichst keine Umkehrhaltungen macht: Die Energie soll schließlich nach UNTEN gehen und ausgeschieden werden, anstatt in die falsche Richtung zu gehen. Es kann so auch zu Blutstau in den Gefäßen kommen, die Krämpfe verursachen und verstärken. Auch die Becken/Bauchmuskulatur sollte man möglichst entspannen. 


Während des Zyklus kann man natürlich Umkehrhaltungen machen, um wieder einen Ausgleich zu suchen.  Aber ein sanfter Übergang von der Menstruationsphase in die “Power” Phase ist ganz ganz wichtig, damit der Körper Zeit hat sich zu erholen.

Eva hilft Frauen, mit Yoga eine gesunde Verbindung zum Körper aufzubauen


Yoga bei Endometriose:

Yoga hilft bei Endometriose sehr auf der körperlichen Ebene : Verspannungen und Verklebungen können z.B. durch lange gehaltene Hüftöffner wie durch den Schmetterling, gelöst werden. 


Da der Körper in einem hormonellen Ungleichgewicht, ist es wichtig, diesen wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Stress spielt da eine sehr große Rolle, der dieses Ungleichgewicht herbeiführen und Schmerzen noch verstärken kann. Von daher ist es ganz wichtig, dass man bei Endometriose immer wieder versucht, Stress abzubauen, zur Ruhe zu kommen und das vegetative Nervensystem zu stärken, da chronische Erschöpfung oft mit Endometriose einhergeht.


Durch Yoga kann man eine gute Verbindung zum Körper herstellen. Oft ist es so, dass durch die Diagnose mit Endometriose eine negative Beziehung zum Körper gefördert wird, da das Immunsystem geschwächt ist. Mit einer liebevollen Verbindung und mit Vertrauen, kann man aber spüren, dass der Körper eine Selbstheilungskraft hat und so wieder zu sich selbst finden.


Bei Eva ist auch der Community Austausch untereinander ganz wichtig. Denn wenn man weiß, dass man nicht alleine ist, dann trägt das zum Heilungsprozess (Heilung mit sich selbst und der Diagnose) bei und man hört auf, dagegen anzukämpfen.


Oft ist es so nämlich so, dass die meisten Frauen mit Endometriose sehr aktive Menschen sind, also “Macher-Frauen” oder “Power-Frauen”, die eine sehr starke männliche Energie haben, viel nach außen geben und sehr auf die Karriere fokussiert sind.


Eva unterstützt mit ihrem Kurs “gelebte Weiblichkeit” ihre Kundinnen darin, sich ganz auf die weibliche Energie und das Thema Empfangen zu fokussieren. Dass man einfach nur sein darf und sich nicht zu sehr von der maskulinen Energie (die nichts mit Männern generell zutun hat) dominieren lässt. Damit ist schlichtweg gemeint, dass es in unserer heutigen Gesellschaft oft darum geht, MEHR zu schaffen, SCHNELLER zu sein, mehr Geld zu verdienen etc. 


Man lernt heute immer mehr, “maskulin” aufzutreten, um überhaupt Gehör zu bekommen als Frau und mithalten zu können. Dadurch haben viele Frauen vergessen, sich mit der eigenen Weiblichkeit auseinanderzusetzen, beziehungsweise haben sich davon entfremdet.


Es ist oft mit Scham verbunden, wenn man sich weiblich kleidet oder die weibliche Sexualität auslebt, die sofort als etwas Pornografisches gesehen wird. 

Es sollte jedoch ganz normal sein, dass man weniger Arbeiten DARF und nicht immer gleiches leisten kann, wenn man seine Periode hat, eben weil es Energie raubt.


In Evas Kursen spielt der Prozess der Selbstannahme und Akzeptanz eine große Rolle und dass man lernt, den “maskulinen” Teil der Persönlichkeit loszulassen (z.B. wenn man sein Leben lang ein Energiebündel war, aber die Endometriose einen daran hindert, diesen Teil auszuleben).

 

Mit ihrem Motto “Lebenslust statt Endofrust” möchte Eva Frauen helfen, sich von negativen Glaubenssätzen zu lösen und von dem Gefühl, nicht wertvoll und genug zu sein. Stattdessen möchte sie Spaß und Lust fördern und Frauen mit Endometriose empowern und unterstützen.




Über diesen Link kommst du direkt zum Podcast:





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deine Antonia

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