Podcastfolge #27 Versicherungen und Gründungszuschuss

Antonia Reinhard

Alles zum Thema Gründungszuschuss und finanzielle Förderung mit Veronika Hindera

Veronika ist heute Gast im Podcast Yoga als Beruf und berichtet von ihrer Erfahrung als selbstständige Yogalehrerin rund um das Thema “Gründungszuschuss”. 

2017 begann Veronika ihre Ausbildung zur Yogalehrerin und stellte mitten in der Ausbildung fest, dass sie schwanger war. Mit Beendigung der Ausbildung befand sich Veronika in einem Umbruch, denn auch ihre Bank, für die sie arbeitete, wurde umstrukturiert und fusioniert. Diese Gunst der Stunde nutze Veronika und ging einen Aufhebungsvertrag ein, um sich auf die Mutterschaft vorzubereiten.

In dem Familienzentrum, in dem Veronika nach der Geburt einen Krabbelkurs besuchte, wurde für die Sonntage ein:e Yogalehrer:in gesucht und Veronika wurde gefragt, ob sie Lust hätte, diese Kurse zu leiten, und auch ob sie Prä/Postnatal Yoga anbieten könne. 

Um dies professionell tun zu können, begann Veronika im Frühjahr 2019  noch eine Ausbildung in diesem Gebiet zu besuchen. Über Netzwerken wurde sie noch für ein weiteres Zentrum gebucht und innerhalb kurzer Zeit konnte Veronika 6 Kurse pro Woche anbieten. Mit dem Ende der Elternzeit stand fest, dass Veronika mit dem Beruf Yoga in die Selbstständigkeit gehen wollte. 

Von einer befreundeten Yogalehrerin erfuhr Veronika von dem Gründungszuschuss, den man beantragen kann, wenn man aus der Arbeitslosigkeit in die Selbstständigkeit starten möchte.

Sie begann, sich bei ortsansässigen Industrie-und Handelskammern beraten zu lassen, startete einen Businessplan, und begann sich um ihre Versicherungen zu kümmern.


Da das relativ viel Aufwand ist, sich bei der Berufsgenossenschaft zu melden, sich um Renten-, Kranken- und Berufshaftversicherungen zu kümmern, sich mit dem Finanzamt auseinander zu setzen etc., empfiehlt Veronika allen Neulingen sich einen Mentor:in zu suchen, der einem in diesem Prozess hilft und begleitet.

Womit Veronika persönlich große Probleme hatte, war das Marketing. Ihre Webseite bastelte sie selbst über Nacht, sie hatte wenig Ahnung von Social Media, kein festes Buchungstool und

sie begann sich eine Mentorin zur Seite zu holen. Diese wies sie erstmal daraufhin, ihr Warum und ihre Zielgruppe zu definieren. Das ist nicht nur für einen selbst wichtig, wenn man ein Business gründet, sondern vor allem auch dann, wenn man den Gründungszuschuss haben möchte



Was genau ist jetzt dieser Gründungszuschuss? 


Der Gründungszuschuss ist eine Förderung von der Arbeitsagentur, wenn an raus aus der Arbeitslosigkeit und rein in die Selbstständigkeit geht. 

Was leider nicht geht ist, wenn man einen aktuellen Job hatte, den man kündigt, um selbstständig zu werden. Der aktuelle Arbeitgeber muss also derjenige sein, der den Vertrag beendet. 


Es gibt 2 Phasen für den Zuschuss. 

In der 1.Phase erzählt man 2 Geldsummen für das erste halbe Jahr.  Einmal einen Betrag für das letztes Arbeitslosengeld (ca. 1.500 Euro) plus 300 Euro - für Versicherungen/Sozialabgaben.

2.Phase: Nach diesem halben Jahr kann man sich aktiv bemühen, nochmal 300 Euro zu erhalten. Dafür muss man sich aber neu bewerben und um Verlängerung bitten. Für den Antrag muss man folgende Dinge beachten: 


Wenn man arbeitssuchend gemeldet ist, bekommt man einen Termin bei der Arbeitsagentur. Das Formular für den Gründungszuschuss kann man nicht herunterladen, sondern bekommt man von seinem Ansprechpartner. 

Es ist wichtig, dass man in diesem Termin von seinem Business berichtet und dieses so präsentiert, dass dein Gegenüber von deiner Idee überzeugt ist. Wenn ja, erhält man einen 2. Termin, wo du deinen Businessplan vorstellst,am besten in gebundener Form. Im Idealfall kannst du diesen da lassen und dann wird entschieden, ob man gefördert wird oder nicht.

Beim 1. Termin kann man schon abgelehnt werden, wenn man als zu gut ausgebildet eingeschätzt wird und wichtig für den Arbeitsmarkt ist. Dann wird einem empfohlen, für ein paar Monate Bewerbungen zu schreiben und gegebenenfalls nach dieser Zeit zurückzukommen.

Das Präsentieren ist also super wichtig: Denn nur wenn man seinen Ansprechpartner überzeugt, hat man überhaupt eine Chance, seinen Businessplan in einem 2.Termin vorzustellen. Wichtig ist, dass man immer kurz und prägnant sein Business zusammenfassen kann und Stellung zum aktuellen Arbeitsmarkt nimmt. 

Yoga ist zum Beispiel inzwischen ein Wirtschaftszweig, der Milliarden Umsatz bringt.

Selbstbewusstsein und Überzeugungskraft sind wichtige Faktoren, sowohl für einen finanziellen Zuschuss als auch für das eigene Business


Und wie kann so ein Businessplan jetzt zum Beispiel aussehen?


Im 1.Teil sollte man sehr stark auf das Gründungsprojekt eingehen, sich als Gründerin vorstellen und von seinem beruflichen Werdegang berichten. Auch ist es wichtig, zu betonen was die eigenen Stärken sind und auch welche Schwächen man hat, dass man aber dieser bewusst ist und sich an der richtigen Stelle Hilfe holt und beraten lässt, um sich fortzubilden.

Es muss erklärt werden, was das Angebot ist, was man erwartet, die Zielgruppe, die Geschäftsidee etc. Dann ist es wichtig, dass man eine Mitbewerber Analyse macht und sich um die Preisstruktur und Preisgestaltung kümmert. 


Dabei sollte man sich nicht unter Wert verkaufen, denn im Endeffekt bleibt nur ca. ⅓ für einen übrig. Für den Businessplan sollte man für die nächsten 5 Jahre rechnen. Dabei ist es wichtig, möglichst realistisch zu bleiben, die aktuellen Zahlen zu nutzen und das Wachstum auszurechnen. Dieses ist pi-mal-Daumen. Wer “übertreibt” oder “untertreibt” in Bezug auf die Zukunft, hat weniger Chancen von seinem Businessplan überzeugen zu können.

Man darf auch nicht vergessen, dass bei der Stundenangabe pro Woche auch die Arbeit außerhalb der Matte mit einbezogen werden: Bürokratische Angelegenheit, Marketing etc.

Eine Grundregel ist, dass man es spätestens nach dem 3. Jahr aus der Kleinunternehmerregelung rausgeschafft haben sollte. 

Leider kann man sich auch nur für den Gründungszuschuss bewerben, wenn man in die Voll Selbstständigkeit geht. 

Veronika sagt, dass sie Glück hatte, dass sie trotz Corona ihre Stammkund:innen hatte, die sie unterstützen. Denn wäre Corona nicht gewesen, wäre sie schon vor dem 3. Jahr aus der Kleinunternehmerregelung ausgestiegen. Doch trotzdem läuft es bei ihr gut. Ihr letztes Herzensprojekt konnte Veronika schon umsetzen: Einen eigenen Rückbildungskurs mit Fokus auf den Beckenboden zu entwickeln. 



Über diesen Link kommst du direkt zum Podcast:





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Alles Liebe,

deine Antonia

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