Podcastfolge #36 Über OrthoYoga und Yoga 50+

Antonia Reinhard

Orthopädisches Yoga und Yoga 50+: Interview mit Eva Obermeier

Eva Obermeier ist ausgebildete Physiotherapeutin und Yogalehrerin seit 1993. Bekannt ist Eva für ihr “OrthoYoga” Angebot, orthopädisches Yoga für Menschen mit körperlichen Beschwerden, Verletzungen und gesundheitlichen Problemen.


Nach der Geburt ihrer Kinder suchte Eva zunächst einen Ausgleich zum “Mutter Sein” und begann sich in Berlin nach Yogaschulen umzuschauen. Das Schicksal führte sie in eine von 2 damals vorhandenen Yogaschulen, in der sie auch Wochenend Workshops besuchte.


Nachdem ein indischer Yogalehrer als Gast die Workshops begleitete, war für Eva klar, Yoga weiter zu verfolgen. Reisen nach Indien und tägliche Praxis unter strenger Aufsicht des indischen Lehrers veranlassten sie dazu, Yogalehrerin zu werden und ihr Wissen mit der Welt zu teilen.


Nach und nach entwickelte sich ihr eigener Stil, der heute ihr Wissen aus der Physiotherapie mit der jahrelangen indischen Yogalehre vereint. Was sich herauskristallisierte während ihres Unterrichts, war die Begegnung mit Menschen die unter Verspannungen, Beschwerden und alten Verletzungen zu leiden hatten. Dies war auch ein Anlass für Eva, auf genau diese Menschen einzugehen.


OrthoYoga, also Orthopädisches Yoga, wie kann man sich das vorstellen?


Diese Art von Yoga ist ein Mix aus klassischen Yoga Positionen mit Ausrichtung auf faszialer Ebene. Dazu kommt dass diese modifiziert, beziehungsweise an die körperliche Ausrichtung des/der Teilnenmer:in angepasst werden. 


Die Menschen, die am  OrthoYoga teilnehmen sind Menschen mit Verletzungen, die eingeschränkt sind, Menschen mit Verspannungen und ältere Menschen.


Eva sagt, im Alter (mit ca.50 Jahren) verändert sich der Stoffwechsel und auch die Menopause hat Auswirkungen auf den Körper. Das heißt aber nicht, dass ältere Menschen kein Yoga praktizieren können oder sollten. Die Haltung und das Körpergefühl kann man auch im Alter schulen, nach dem Motto: Wer rastet, der rostet.


Viele Haltungen hat Eva nicht eigens entwickelt für ältere Menschen, aber anpassen tut sie diese ganz individuell an die Bedürfnisse der Menschen. Für sie ist es wichtig, die Teilnehmer:innen abzuholen, grundsätzlich nach Beschwerden zu fragen und den Leuten zuzuhören und diese gut anzuschauen. So findet man grundsätzlich schnell raus, was die Probleme sind.


Woher kommen Eva die Ideen für ihre Klassen? 


Wie bereits erwähnt, muss man sich die Teilnehmer:innen gut anschauen. Mit einem geschulten Auge kann man die Probleme dann oft schon erkennen. Aber auch aus ihrem früheren Beruf, der Physiotherapie, bekommt Eva Anregungen und Inspiration. Nicht nur das, manchmal hilft es, selbst andere Yogakurse zu besuchen und sich Inspiration woanders zu holen.


Und dann immer auf die aktuelle Situation eingehen: Was tut den Menschen jetzt gerade gut, wie ist das Wetter, die Stimmung?


Wird es in Zukunft auch mal ein OrthoYoga Teacher Training geben?


In der normalen Yoga Ausbildung, die im Institut schon angeboten wird, spielt Ortho Yoga schon eine Rolle, es gibt aber sonst auch Module mit spezifischen Erweiterungen für diejenigen, die noch tiefer einsteigen wollen.


Denn viele Yogalehrer:innen denken oft, dass Menschen mit z.B. Arthrose mit besonderer Vorsicht behandelt werden müssen.


Schonen ist oft nicht der richtige Weg. Natürlich muss man bei Schmerzen unterscheiden, woher diese kommen und dann abwägen, ob bestimmte Bewegungen helfen oder nicht, aber generell haben zu viele Menschen durch eine ärztliche Diagnose eine große Angst entwickelt, sich zu bewegen.


Dabei sollte vorrangig das Ziel sein, den aktuellen Zustand zu behalten und versuchen zu verhindern, dass die Probleme schlimmer werden.


Auch die Ernährung und der generelle Lebensstil spielen dabei eine Rolle.


Und bei Menschen mit z.B. künstlichen Hüftgelenken ist oft die Beweglichkeit überhaupt nicht mehr eingeschränkt und es kann ganz normal weiterhin Yoga praktiziert werden.


Auch da erlebt Eva oft, dass Menschen nach der Operation plötzlich mutiger werden und anfangen, dem eigenen Körper wieder zu vertrauen.


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