Podcastfolge #4: Die Kraft von Yoga in schweren Zeiten, Plattformökonomie und große Träume

Antonia Reinhard

Die Kraft von Yoga in schweren Zeiten, Plattformökonomie und große Träume

In meiner 4. Podcast Folge führe ich ein sehr intensives und spannendes Gespräch mit Yogalehrerin Valerie Hartwich über die Kraft von Yoga in schweren Zeiten, Plattform Ökonomie und große Träume.

Valerie ist seit 8 Jahren Yogalehrerin, Yoga Mentorin und Mitglied der Fair Yoga Initiative Berlin. 

23 Jahre ist es her, dass sie ein Studium in Psychologie begann und direkt im Anschluss noch Soziologie und Politische Wissenschaften studierte. Seit 5 Jahren lebt sie in Berlin, davor arbeitete sie in London als Yogalehrerin und psychosomatische Therapeutin. 


Yoga ist für Valerie nicht nur ein Ausgleich zum stressigen Alltag, sondern die Fähigkeit, einen Einfluss auf die Welt zu haben und zugleich den Einfluss der Welt auf sich selbst wahrzunehmen. Es ist eine Auseinandersetzung mit dem Gedanke, was es für sie persönlich bedeutet, Mensch zu sein, mental, geistig, emotional und körperlich. Auch hat sich Valerie intensiv damit auseinandergesetzt, wie sich Gedanken und Emotionen aufeinander auswirken und somit auf psychosomatischer Ebene koexistieren und sich gegenseitig beeinflussen. 


Besonders in Krisenzeiten während der Coronavirus Pandemie kann Yoga unheimlich hilfreich sein, seine Gefühle besser zu verstehen und Klarheit zu erlangen, sagt Valerie. Denn was einem in der Außenwelt fehlt, kann man eventuell in sich selbst finden. Zum Beispiel: Bewegungseinschränkung äußerlich, aber den Körper bewegen kann man trotzdem, bewusst Atmen, bewusste Posen, damit man sich erlauben kann, bestimmte Dinge zu fühlen. 


Aus Erfahrung sagt Valerie, dass man häufig Gefühle unbewusst unterdrückt und oft beeinflussen dann Chemikalien und Hormone unsere Launen, die wiederum unseren Alltag bestimmen. Deshalb kann man mit Yoga zur Ruhe finden, einen Ausgleich finden zu Traumata und Stress. Nur schwer kann man sich dann selbst “belügen” und Emotionen zulassen. 


Besonders Yin Yoga eignet sich hervorragend in Krisensituationen. Im Yin Yoga geht es darum, bewusst Dehnungen zu spüren und zu halten, ohne noch mehr Stress zu erwecken oder die Pose erzwingen zu wollen. In unserer heutigen Gesellschaft sind wir es nicht mehr gewohnt, still zu halten, da alles immer auf “schneller und mehr” hinaus zielt. Deshalb gilt es im Yin Yoga sich  zu erinnern, dass Dinge sich auch über einen langen Zeitraum entwickeln dürfen und Veränderungen auch im “Stillstand” passieren können. Sich einer Sache hingeben und eine Neugier und Akzeptanz zu entwickeln, anstatt schon wieder an den nächsten Schritt zu denken oder an das, was passieren könnte. 


Valerie sagt, das gilt für die meisten Dinge. Oft passieren Sachen im Leben, die man nicht ändern kann, was man aber ändern kann, ist die Einstellung zu der Sache, die Haltung und der emotionale Umgang damit. Yoga hilft ihr dabei, eine Entscheidungsfähigkeit zu entwickeln und das Leben nicht nur schwarz/weiß zu sehen, sondern alle Schattierungen dazwischen, die verschiedensten Perspektiven und Herangehensweisen.




Die Gründung des Yogastudios so kurz vor Beginn der Corona-Krise kam mit seinen eigenen Herausforderungen. Zunächst lief alles optimal, ihr ADoch wie ist die Krise “äußerlich” spürbar, zum Beispiel in der Berliner Yogaszene? 

Mit der Fair Yoga Initiative soll ein sicherer Rahmen für alle Yogalehrer*innen geschaffen werden, der nachhaltig und fair ist, denn es ist spürbar, dass die digitale Realität und das Online Angebot für viele bedeutet, Opfer bringen zu müssen. Denn was Yoga eigentlich ausmacht, nämlich die zwischenmenschlichen Beziehungen, sind kaum noch vorhanden.

Auch finanziell ist es hart, Kosten können nicht gedeckt werden und eine große Unsicherheit macht sich breit. 


Plattform Ökonomie spielt da natürlich auch eine große Rolle: Teil der Fair Yoga Initiative ist es, die Konsumenten und Teilnehmer da auch heranzuführen und in Sachen Fairness und Inklusivität zu unterstützen. Denn wichtig ist es, denkt Valerie, dass das Wettbewerbs-Gefühl wegfällt und man den Aufbau von kleinen Kollektiven umso mehr unterstützt. 


Die Online Welt kann dennoch unheimlich bereichern, jedoch muss es gelernt sein, sich anzupassen, denn das digitale Unterrichten wird vermutlich auch nach der Pandemie weiterhin ein großer Teil des Yogas bleiben. Wichtig ist es also, dass man darin eine Möglichkeit sieht, neue Wege zu gehen und Entscheidungen für sich zu treffen kreativ zu werden. 


Valeris Tipp an alle “frischen” Yogalehrerinnen die in dieser Krisenzeit beschlossen haben, den Beruf Yoga zu verfolgen, ist von daher erstmal herauszufinden, was für einen selbst Yoga bedeutet und was der Kern des Unterrichts sein soll. Worum geht es also bei mir? Was bringe ich mit, was sonst niemand anderes hat? Was ist an mir, an meinem Yogaunterricht besonders? Dann kann man den Unterricht besser gestalten und seine sozialen Medien danach ausrichten. 


Auch ist es wichtig, sich zu erinnern, dass es nicht darum geht, sofort alle Bereiche die zum Yoga gehören, perfekt zu beherrschen (Technik, Marketing, Online Strategien, Yogaklassen Planung etc), sondern sich auf die eigentliche Yogapraxis zu konzentrieren.  Wirf also den Perfektionismus über Bord und fokussiere dich auf dein Angebot, wovon die Menschen in jeder Situation profitieren können. 



Über diesen Link kommst du direkt zum Podcast:

Valerie ist auf Instagram unter @essentiallymoving zu finden und hier auch auf ihrer Website: https://essentiallymoving.com/de/

Auch die Fair Yoga Initiative hat einen Account: @fairyogainitiative


Ich wünsch dir ganz viel Freude bei der Episode!

Deine Antonia

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