Podcastfolge #71 Frauengesundheit und Ernährungspsychologie

Antonia Reinhard

Interview mit Helen Ergec über Frauen-und Zyklusgesundheit und Ernährungspsychologie

Helen Ergec hat Psychologie studiert und hat lange in der Gesundheits-und Beratungspsychologie gearbeitet. Diese bilden heute auch die Grundlager ihrer Arbeit als Yogalehrerin und in der Frauenberatung, die sich mit dem Thema Ernährung, Zyklusgesundheit und Kinderwunsch befasst. 

Zusätzlich ist sie Podcasterin und Autorin und hat kürzlich ihr erstes Buch herausgebracht

Worum genau geht es in dem Buch und wie kam der Prozess zustande? 

Die Idee für ein Buch war schon länger da und beruht auf Helens persönlicher Geschichte. Sie selbst hatte lange mit Periodenausfällen zu kämpfen und begann diese Probleme aufzuarbeiten. Währenddessen schrieb sie ihre Erlebnisse auf und spürte das Bedürfnis und den Impuls, ihre Erfahrungen zu teilen.

Ihr Mann motivierte sie dann dazu, einen Verlag anzuschreiben, der sofort interessiert war. Es hat aber fast 2 Jahre gedauert, das Buch fertigzustellen, auch aufgrund ihrer eigenen Schwangerschaft.

Inwiefern kann man Yoga und Psychologie verbinden? 

Ein zentrales Thema im Buch ist Stress und der Einfluss auf den Körper. Dabei kommt ihre eigene Perspektive als Psychologin natürlich ins Spiel.

Eine Schülerin beschreibt ihre Yogaklassen als “softe Selbsttherapie”, da sie in ihren Yogaklassen psychologische Themen aufgreift und anwendet. 

Auch die Meditation ist wichtig in der Psychologie. Ein Fokus ihrer Arbeit ist Achtsamkeit durch Meditation und Visualisierung. In ihrer Masterarbeit schrieb sie zum Thema Yoga und achtsame Ernährung und begann, diese Themen miteinander zu verbinden.

Inwiefern beeinflusst Stress den Körper und die Hormone? 

Zum Beispiel durch Zyklusunregelmäßigkeiten. 

Das Stress-und Hormonsystem verläuft  physiologisch auf ähnlichen Ebenen. Der Hypothalamus reguliert die Stressreaktion und Ausschüttung von weiblichen Hormonen. Das hängt also beides miteinander zusammen..

Man merkt eigentlich als Frau schnell, dass solche Probleme oft mit Stress zusammenhängen. Was dann schwierig ist, ist aus der Situation herauszukommen und den Stress zu reduzieren.

Ein Teil von Helens Arbeit ist die Zyklusmeditation: Eine angeleitete Meditation, um den eigenen gesunden Zyklus anhand von Visualisierung wieder in den Gang zu bringen.

Wie hilft Yoga bei Stress?

Wenn der Körper gestresst ist, dann braucht dieser oft eine Zufuhr an Energie und nicht noch mehr Aktivität, die Energie beansprucht. Yin Yoga ist zum Beispiel hilfreich oder Asanas (Yoga Positionen) länger zu halten und ins Loslassen zu kommen.

Yoga und Meditation wirken sehr unterstützend darin, den Körper bewusst wahrzunehmen, diesen annehmen und akzeptieren zu lernen. Wer sich mit Yoga schnelle Ergebnisse wünscht, kann oft mehr Stress verursachen.

Es ist wichtig zu versuchen seinen Lebensstil auf ganzheitlicher Ebene auszugleichen. Was ist im Leben außer Balance geraten? Wie kann man wieder ins Gleichgewicht kommen? Der Körper ist selbstheilend, man muss “nur” das Gleichgewicht wieder herstellen.

Dann geht es um eine sanfte Form von Bewegung. Viele Frauen sind hart zu sich selbst. In Helens Arbeit geht es darum, wieder weich zu werden, sich was gutes zutun.

Weichheit sich selbst gegenüber hat viel mit Weiblichkeit zutun. Wenn man weich ist, kann sich die Weiblichkeit  frei entfalten.

Und die Ernährung spielt dabei natürlich auch eine große Rolle. Viele Frauen hadern mit diesem Thema und es geht darum, eine gesunde Beziehung zum Essen aufzubauen und zu schauen, was der Körper braucht und wann.

Was sind 3 gute Tipps von Helen für Frauengesundheit? 

  1. Ein ausgewogener Lebensstil: sich relativ viel Stabilität geben, Routinen etablieren, konstante Tagesroutinen haben und ein allgemeines Gefühl von Sicherheit entwickeln
  2. Stressmanagement: Was sind gute Ressourcen wenn man gestresst ist? Finde etwas, das hilft, wie Meditation, eine Yoga Praxis oder ein Spaziergang. Etwas, das hilft wenn Dinge zu viel werden.
  3. Ernährung: Es ist wichtig sich gut zu nähren und gut zu versorgen. Gib dem Körper was er braucht und versuch auf die Signale zu hören, die er dir gibt.


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